Antenne Austria Ost - die Geschichte



Die Antenne Austria Ost nahm am 1. August 1989 ihren Sendebetrieb auf und bestrahlte von Sopron (Károly-kilátó, dt. Karlshöhe) aus mit der Frequenz 102,0 MHz und auch anfänglich mit der Frequenz 100,5 MHz von Kab-Hegy (Nagyvázsony), die von Radio Danubius angemietet wurden, das Burgenland, den Südosten Niederösterreichs und Teile von Wien. Programmdirektor Thomas Klock war nicht nur für dieses Programm verantwortlich sondern für das aller Antennen. Er war - lt. damaliger eigener Aussage – von der Starrheit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht begeistert und wollte ein neues, frisches Programm für Österreich gestalten. Ziel war es, ein Mantelprogramm aus Wien via Satellit für alle lokalen Sendestationen an den nationalen Grenzen zu produzieren und damit einen Ring aller Auslandssender, die ein Programm für Österreich produzierten, zu schaffen. Immerhin war Österreich 1989 das letzte Land Europas, das noch kein Privatradio hatte, die Initiative der Antenne Austria erzeugte aber nach und nach ein Umdenken in der Politik.

In der Anfangszeit war die Verwaltung im 1'ten Wiener Gemeindebezirk am Opernring 10 und die Redaktion/Studios in der Schottenfeldgasse 51 im 7'ten Wiener Gemeindebezirk angesiedelt. Vorerst wurde nur zwischen 8-10 Uhr und 17-19 Uhr gesendet. Diese Sendezeit wurde vom damals öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Ungarn (Radio Danubius) angemietet. In den ersten 2 Monaten - und das ist vielen unbekannt und wurde uns verraten - wurde das Programm tatsächlich in den Räumlichkeiten des ungarischen Rundfunks in Budapest produziert. Sämtliche Mitarbeiter mußten zwischen Wien und Budapest pendeln. Erst danach wurde die gesamte Sendung in Wien in der Schottenfeldgasse abgewickelt und nach Budapest überspielt! Deswegen wurde das Studio in Wien als "Auslandsbüro" angesehen und das Programm konnte mittels Standleitung von Wien nach Budapest übertragen und ausgestrahlt werden. Zu diesem Zeitpunkt konnte man die Antenne Austria nicht nur im Osten Österreichs, sondern auch in ganz Ungarn empfangen, in der restlichen Zeit hörte man Radio Danubius.

Thomas Klock verließ 1990 die Antenne Austria und verkaufte seine Anteile, da seiner Einschätzung nach für ihn absehbar war, daß 'der Ungarische Rundfunk das Sendesignal Richtung Wien nicht verbessern konnte oder wollte', während die anderen Gesellschafter an der Vereinbarung festhielten. Zum Geschäftsführer wurde Reinhard Westermayr sowie Walter Schneider-Schwarzbauer ernannt. Zu diesem Zeitpunkt übersiedelte man auch in ein neues Gebäude in der Matthias-Schönerer-Gasse 11 in Wien 15. Dort waren nebst Hauptverwaltung auch die Redaktionen, Studios, Archive und sonstigen Büroräumlichkeiten angesiedelt. Ab Mai 1990 stellte man auf ein 21-Stunden Programm und später schließlich auf ein 24-Stunden Programm um. Man verabschiedete sich von der Frequenz 100,5 MHz und auch gleichzeitig von den Ausstrahlungen in ganz Ungarn. Man konzentrierte sich exclusiv auf die 102,0 MHz, welche weiterhin von Radio Danubius angemietet wurde. Deswegen kam es auch zu der einmaligen Situation, daß das Programm stundenweise weiterhin als "Radio Danubius" tituliert wurde (speziell in den Abend- und Frühstunden), obwohl das gesamte Programm in den Studios in Wien produziert wurde.

Die technische Reichweite wurde damals mit ca. 1 Million auf österreichischem Gebiet und ca. 500000 auf ungarischem Gebiet (Sopron-Györ) angegeben.

Allerdings kappte die Post nach einiger Zeit die Leitung (der ORF hätte nicht nur das Sende-, sondern auch das Programmmonopol), sodaß man das Studio in Räumlichkeiten des Senders nach Sopron verlegen mußte. Die Moderatoren waren ab dann gezwungen, täglich nach Sopron zu pendeln. So kam es auch schon mal vor, daß aufgrund eines Staus an der Grenze die Moderatoren zu spät im Studio ankamen und ein ungarischer Techniker provisorisch nonstop Musik spielen mußte. Dadurch wurde auch das Programmangebot immer schlechter und deswegen auch die Höreranzahl immer weniger.

Ein weiteres großes Problem war der die schlechte Empfang des Programms in Wien, wo sich das größte Hörerpotential befand. Leider konnte die Empfangsqualität im Bereich Wien trotz (zumindest zugesagter Behebungsversuche) nie auf das Niveau von Radio CD, daß aus Preßburg (Bratislava) sendete, angehoben werden. Dadurch gab es Probleme bei der Aquirierung von Werbeaufträgen, was zu einer schnellen Verschlechterung der finanziellen Situation führte. Von rund 40% (!) Marktanteil im Burgenland allein ist ein Überleben des Senders unmöglich. Schließlich wurde am 11. November 1992 der Konkursantrag der Antenne Austria Ost eingebracht. Schon zwei Tage zuvor, am 9. November 1992 hatte die Antenne Austria Ost ihren Sendebetrieb eingestellt.

Heute ist auf der Frequenz 102,0 MHz Retro Rádió aus Budapest zu hören. Das Sendesignal kommt weiterhin aus Sopron-Károly-kilátó mit jetzt 30,2 kW. Auch auf der 100,5 MHz ist heute Retro Rádió zu hören; weiterhin vom Kab-Hegy allerdings mit einer Sendeleistung von 100 kW!